Haushaltshilfen aus Osteuropa

Seit 2005 dürfen Haushaltshilfen aus Polen, Slowenien, Ungarn, der Slowakei, Tschechien, Rumänien und Bulgarien zur Versorgung hilfebedürftiger Menschen beschäftigt werden. Seit 2005 ist es erlaubt, ausländische Dienstleister aus den EU-Beitrittsländern in die Bundesrepublik und nach Österreich zu engagieren. Dabei muss unterschieden werden zwischen Arbeitnehmerverhältnissen und Dienstleistungsverhältnissen.


Arbeitnehmerverhältnis                                                                                                                     Für die Vermittlung von Haushaltshilfen aus den EU-Beitrittsländern in die Bundesrepublik ist ausschließlich die Zentrale Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesagentur zuständig, private Arbeitsvermittlungen sind nicht zulässig. Engagieren Sie als Angehörige für einen pflegebedürftigen Menschen in Ihrem Haushalt eine Haushaltshilfe über die ZAV, so werden Sie damit zur Arbeitgeberin mit einer Reihe von Pflichten.

Sie müssen für die Beschäftigte eine Kranken- und Unfallversicherung abschließen und den Arbeitgeberanteil der Sozialversicherung leisten (250-375 Euro). Die Haushaltshilfe hat Anspruch auf einen Tariflohn zwischen 1.000 und 1.200 Euro Monatlich, ein eigenes Zimmer und Verpflegung. Ihre Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden wöchentlich; längere Arbeitszeiten müssen durch zusätzlichen Urlaub oder Sonderzahlungen ausgeglichen werden. Die Haushaltshilfe darf keine medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten wie eine Verabreichung von Medikamenten oder Spritzen übernehmen, wohl aber grundpflegerische Arbeit wie das Waschen und Anziehen der pflegebedürftigen Person.

 

Dienstleistungsverhältnis                                                                                           Bei einem Dienstleistungsverhältnis schließen Sie dagegen einen Vertrag mit einem osteuropäischen Unternehmen. Dieses entsendet eine Person, die bei Ihnen wohnen und die Versorgung des pflegebedürftigen Menschen entsprechend den Vereinbarungen übernehmen wird. Dazu müssen Sie vorab den Auftrag zur Versorgung genauestens beschreiben und in einem Vertrag festlegen. Medizinisch-pflegerische Leistungen dürfen auch in diesem Fall nicht gefordert sein. Das osteuropäische Unternehmen sollte seine Leistungen auch im eigenen Land anbieten und seine Mitarbeiterinnen sozialversicherungspflichtig beschäftigen. An das Unternehmen müssen Sie monatlich zwischen 1.400 und 1.800 Euro zahlen; die einmalige Vermittlungsgebühr liegt zwischen 350 und 1250 Euro.

Sie können über einen Vermittlungsdienst auch selbstständige Dienstleister aus Osteuropa engagieren, die in ihren Heimatländern als Gewerbetreibende angemeldet sind und dort auch ihre Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Legal ist dieses Beschäftigungsverhältnis jedoch nur dann, wenn die Haushaltshilfe auch andere Auftraggeber außer Ihnen hat; ansonsten würde nur Scheinselbstständigkeit vorliegen! Auch Sie darf keine medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten übernehmen. Die Kosten sind Verhandlungssache, da Sie es mit einer selbstständigen Unternehmerin zu tun haben. In der Regel werden sie ebenfalls zwischen 1.000 und 1.500 Euro monatlich liegen.

 

Was müssen Sie in jedem Fall beachten?                                                                                Um hohe Strafen und Nachzahlungen zu vermeiden, beachten Sie unbedingt die gesetzlichen Bestimmungen. Eine erste Hilfe bietet das "Merkblatt zur Vermittlung von Haushaltshilfen in Haushalte mit Pflegebedürftigen nach Deutschland", das im Internet abrufbar ist oder bei der ZAV angefordert werden kann. Lassen Sie im Zweifelsfall auch Veträge von der ZAV auf ihre Legalität hin überprüfen.

Die Haushaltshilfe hat, auch wenn Sie im Haus oder der Wohnung des pflegebedürftigen Menschen wohnt, keinen 24-Stunden-Arbeitstag, sondern arbeitet wie andere Arbeitnehmer auch nur acht Stunden täglich. Vor Ort ist die Gefahr aber groß, dass ständiger Einsatz von ihr gefordert wird. Planen Sie daher bei der Tages- und Wochenorganisation in Absprache mit ihr ausreichend Schlaf- und Erholungsphasen ein.

Achten Sie darüber hinaus darauf, dass Sie eine Haushaltshilfe engagieren, die die deutsche Sprache hinreichend beherrscht, der Sie vertrauen können und die vor allem eine gute Beziehung zum pflegebedürftigen Menschen herstellen kann. Sollte neben der Grundpflege außerdem eine medizinisch-pflegerische Versorgung notwendig sein, können Sie einen deutschen Pflegedienst beauftragen und die Kosten mit der Krankenkasse abrechnen.

 



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